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Afrika

Zentralafrika

Hilfe für Konfliktopfer

Saatgut für Menschen im Konfliktgebiet

Viele Kinder in den Dörfern von Abba essen zwei Mal täglich Maniok. Eine dritte Mahlzeit gibt es nicht. Auch das ist eine Folge des Konfliktes: Die Mahlzeiten der Menschen in Abba wurden in den letzten Jahren nicht nur spärlicher, sondern vor allem einseitiger. Und das in einer recht fruchtbaren Region, die eigentlich für einen gemüsereichen Anbau bekannt ist. Zahlreiche Kinder und Frauen sind stark erschöpft, viele sind mangelernährt.

FamilienportraitViele Familien sind vertrieben - viele vermissen Angehörige. Diese Familie ist mit dem Leben davongekommen. Matthieu Alexandre

Geplünderte Ernten

Im Verwaltungsbezirk Abba, ganz im Westen des Landes an der Grenze zu Kamerun gelegen, sind die Menschen durch den politischen Konflikt besonders betroffen. Überfälle durch Banden und bewaffnete Milizen sind eine alltägliche Gefahr, Schulbesuche sind dadurch häufig nicht mehr möglich und auch Berichte über die Rekrutierung von Kindersoldaten häufen sich. Viele Menschen mussten vor der Gewalt der kämpfenden Milizen fliehen - ihre Erntevorräte und somit auch das Saatgut wurden vielfach niedergebrannt. Damit ist keine ausreichende Ernährung mehr möglich, insbesondere Frauen und Kinder haben seit vielen Monaten nicht genügend zu Essen. Zudem fehlt in diesem Bezirk Saatgut. Gerademal ein Drittel der üblichen Getreideernte kann hier noch eingefahren werden. Bereits im letzten Jahr wurde die Ernährung von der Hälfte der Bevölkerung der Zentralafrikanischen Republik von dem Welternährungsprogramm und der FAO als unsicher eingestuft. Mindestens 750.000 Menschen sind betroffen.

Die Mehrzahl der Familien, die von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft leben, sind kurz vor dem Einsetzten der Regenzeit ohne Saatgut und andere andwirtschaftliche Geräte. Um die Felder bestellen zu können, um Gemüse und Obst sowie reichhaltige Nahrungspflanzen kultivieren zu können, brauchen sie dringend Hacken, Saatgut und Kleingeräte.

SaatgutverteilungSaatgutverteilung der Caritas.Foto: Kim Pozniak / Catholic Relief Services

Saatgut für Gemüsegärten …

Die Bauern haben seit Ausbruch der Krise knapp  die Hälfte der Rinder und knapp Zweidrittel des Kleinviehs verloren. Dennoch ist mit externer Hilfe für die Kleinbauern ein Neuanfang möglich. Selbst Vertriebene haben guten Zugang zu Land, da sie oft bei Verwandten unterkommen. Allerdings verfügen weder die aufnehmenden Gastfamilien noch die Vertriebenen über Saatgut oder Betriebsmittel.

Kürzlich erhielten 150 Familien in den ländlichen Regionen in Abba Saatgut und Arbeitsgeräte von der lokalen Caritas, um Felder wieder bewirtschaften zu können. Kohl, Spinat, Tomaten, Karotten, Zwiebeln, Erdnüsse, Bohnen und Mais stehen auf der Liste. Zudem werden die Familien in der Landwirtschaft und in Techniken des Gartenbaus weitergebildet - finanziert über Caritas international. Die Begünstigten sind Binnenvertriebene oder aber bereits zurückgekehrte Familien, deren Nahrungsmittelvorräte während der letzten Konflikte seit Herbst 2016 geplündert worden waren. Auch Flüchtlinge, die ganz ohne Mittel dastehen, erhalten Unterstützung.

…. vielfältige Nahrung für alle

Damit die so produzierten Gemüsesorten und Nahrungsmittel auch für die Ernährung anderer ausreichen und der Speiseplan wieder vielfältiger und gesünder wird, verkaufen diese Familien zirka ein Drittel ihrer Ernte zu einem für sie existenzsichernden Preis. Dazu wird von der Caritas Bouar eigens eine Landwirtschaftsmesse organisiert. Mit der Zeit wird auf diese Weise, wenn der Konflikt zum Stillstand kommt, wieder eine stabilere Grundlage für eine vielfältigere Ernährung geschaffen.

Februar 2018