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Afrika

Konflikte und Krisen

Mali: Hilfe für Vertriebene

Beschäftigung - ein Schlüssel zum Frieden

In Mali wurden in den vergangenen Jahren Millionen von Menschen vertrieben oder zur Flucht gezwungen. Grund sind der Militärputsch im Jahr 2012 und die Besetzung der Regionen im Norden durch islamistische bewaffnete Gruppierungen. Da sich die Lage mittlerweile gebietsweise stabilisiert hat, kehren die Menschen nach und nach in ihre Heimat zurück.

Durch die Krise wurden jedoch die ländliche Produktion und der Handel stark geschwächt. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene leiden darunter, dass sie keine bezahlte Arbeit finden. Ihre Perspektiven sind nicht gerade ermutigend. Wer keine Arbeit findet, ist umso mehr der Versuchung ausgesetzt, von Milizen oder Banditen angeheuert zu werden, andere schließen sich mangels attraktiver Alternativen den Rebellen an.

Starthilfen und Bildung in Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk

Um dieses Risiko zu minimieren, braucht es dringend Einkommensperspektiven für weite Teile der jungen Bevölkerung. Eine Studie belegt, dass Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk als  Wirtschaftszweige gute Potentiale bieten. Gerade auch für die jüngere Generation ist es attraktiv, hierin ein Auskommen zu finden. Allerdings sind staatliche Institutionen und Programme für eine Ausbildung und Beschäftigung kaum präsent. Zudem müssen Kleinunternehmen die schwierige Anfangsphase meistern - hierzu fehlen vertriebenen und rückgekehrten Familien die Rücklagen.

Gruppe von jungen Männern auf einem Gemüse-DemonstrationsfeldernKurse in Gemüseanbau für Jugendliche Rückkehrer in DandolyENDA - Projektpartner in Mali

Daher unterstützt Caritas international die Ausbildung von jungen Menschen und bietet konkrete Hilfe für die Gründung von Kleinstunternehmen an. Zunächst werden 800 Jugendliche an den 15 kommunalen Ausbildungszentren in Landwirtschaft und Fischzucht intensiv geschult. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf von innovativen und umweltfreundlichen Anbautechniken.

Für die Ausbildung werden sechs Ausbildungszentren aufgebaut sowie 15 kommunale bereits bestehende Zentren mit Materialien ausgestattet. Die Bauplanung steht und der Bau schreitet täglich voran. Auch für die Lagerung von Saatgut und Gemüse werden dezentral Lagerhallen errichtet - sie ermöglichen, dass die landwirtschaftlichen Produkte, beispielsweise die in Mali beliebten Charlottenzwiebeln, ohne Verluste ihren Weg in den Handel finden. Lokale Berufsmessen erleichtern eine Vernetzung und bieten junge Menschen die Chance, Betriebe und Kleinunternehmen kennenzulernen.

Junge Frauen sitzen in einer Scheidder-Werkstatt auf einer Bank in der AusbildungJunge Frauen in der Stadt Gao erlernen in einer Werkstatt das Schneiderhandwerk.ENDA - Projektpartner in Mali

 

Beschäftigung durch kommunales Engagement

Damit die Ausbildung auch tatsächlich zu einer Arbeit befähigt und ein Kleinunternehmen ein Einkommen erwirtschaften kann, von dem sich leben lässt, braucht es Expertise. Koordinierungstreffen ermöglichen einerseits, von guten Beispielen zu lernen. Andererseits sorgen sie dafür, dass die Ausbildungsprogramme und Kleinunternehmen in die kommunale Struktur gut eingebettet werden.  Um eine Beschäftigung der jungen Menschen als zentrales Anliege der kommunalen Verwaltung zu etablieren, werden Aktionstage mit Entscheidungsträgern im Bereich der Berufsbildung und der Beschäftigungsförderung organisiert.

März 2018