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Asien

Krisen und Konflikte

Afghanistan: Hilfe für die konfliktbetroffene Bevölkerung

Wie der Kürbis ins afghanische Hochland kam

Wächst ein Kürbis im afghanischen Hochland? Bislang hatte das nie jemand ausprobiert. Der Bauer Said Boker und seine Frau Latifah wollten es wissen und baten deshalb den afghanischen Caritas-Partner um Hilfe. Der stellte dem Ehepaar die Samen für das Experiment zur Verfügung und half bei der Aussaat im Garten vor dem Haus.

Ein Bauer freut sich über den ersten selbstangebauten Kürbis.Ein kleiner Schritt mit großen Auswirkungen für eine ganze Region: Stolz präsentieren Said und Latifah Boker einen der ersten Kürbisse, die sie im Hochland Afghanistans geerntet haben. Foto: Caritas international / Achim Reinke

Das afghanische Hochland: ein unwirtliches, karges Land

Said, Latifah und ihre Kinder leben in einer Region, in der die Sommer zu trocken und zu heiß und die Winter zu kalt und zu lang sind. Die Erträge auf den Feldern sind so schlecht, dass die Ernte im Schnitt nur für sieben bis acht Monate im Jahr reicht.

Bislang war die sechsköpfige Bauernfamilie froh, wenn sie überhaupt genug zu essen hatte. Allerdings war die Zusammensetzung der Mahlzeiten sehr einseitig, wie bei allen Bewohnern in der Region. Gemüse ist im Hochland bislang nur in Form von Zwiebeln bekannt. Viele Kinder sind daher mangelernährt. Der Hunger ist ständiger Begleiter der Familien. Das Überleben gelingt den Familien nur, indem die Männer nach Kabul oder Teheran zum Arbeiten geschickt werden. Eigentlich werden sie jedoch dringend auf den eigenen Feldern gebraucht.

Mann auf einem Feld in AfghanistanGebirgsketten und Wetterextreme prägen das afghanische Hochland. Auf den ersten Blick sind das keine guten Bedingungen für die landwirtschafltiche Bestellung von Feldern. Doch gemeinsam mit lokalen Bauern finden die Agrarexperten der Caritas neue Wege.Foto: Achim Reinke / Caritas international

Ein Experiment: Weizen und Kürbis

Was kann man tun, um den Hunger und die Landflucht zu stoppen? Caritas international und ihre afghanischen Partnerorganisationen gehen mit Hilfe der Europäischen Union neue Wege. Statt in den Notzeiten nur Nahrungsmittel zu verteilen, wollen wir die Bauernfamilien befähigen, sich selbst zu helfen. In einem ersten Schritt sollte mit neuem Saatgut, verbesserten Anbautechniken und neuen Wasserkanälen der Ertrag so stark gesteigert werden, dass die Ernte zwölf Monate im Jahr zum Leben reicht.

Nachdem die Weizensamen gut angegangen waren und sich der Ertrag auf den Feldern verdreifacht hatte, führten Agrarexperten der Caritas Kürbissamen ein und wagten sich mit einigen Bauern an das Experiment.

Die Bäuerin Latifah Boker war anfangs skeptisch: Taugt der Samen? Ist der Boden des Hochlandes geeignet? Wird das Gemüse der Familie schmecken? Diese Fragen bewegten sie zu Beginn der Aussaat. Mit jedem Zentimeter aber, den die Kürbisse an Umfang zulegten, beantworteten sich die ersten beiden Fragen schließlich von selbst. Und als nach der ersten Zubereitung die Familienmitglieder sagten, dass ihnen der Kürbis schmeckt, war die Skepsis gänzlich überwunden.

Said und Latifah glauben nun, dass bald auf noch mehr Feldern ihres Dorfes Kürbisse wachsen werden - und vielleicht auch Blumenkohl.

Helfen Sie mit, den Hunger in Afghanistan durch alternative Anbaumöglichkeiten zu stoppen und spenden Sie für die Schwächsten der Gesellschaft:

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Oktober 2018

Tradition: Was haben Kürbisse mit Halloween zu tun?

Früher Rübe, heute Kürbis. Am Abend vor Allerheiligen werden in vielen Ländern Kürbisse ausgehöhlt, mit Kerzen bestückt und vor der Haustür aufgestellt. Der Brauch "Halloween" findet seinen Ursprung in einer alten Sage aus Irland. In ihr wandert der Bösewicht Jack Oldfield mit einer Rübenlaterne umher. Da jedoch in den USA zu Einführung des Brauchs keine Rüben, sondern nur Kürbisse in großen Mengen zur Verfügung standen, höhlte man stattdessen diese aus. Die gruseligen Gesichter sollen der Sage nach Geister und Dämonen verjagen.