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Asien

Katastrophenhilfe

Indonesien: Nothilfe nach Erdbeben und Tsunami

Indonesien: Nothilfe und Wiederaufbau nach Tsunami

Kurz vor Weihnachten kam es in Indonesien zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem schweren Tsunami. Auslöser war diesmal ein Vulkanausbruch auf dem Meer, in dessen Folge es zu einem Unterwassererdrutsch kam, der die Flutwelle auslöste. Unsere Partner von vor Ort berichten uns von 429 Toten, mindestens 1.500 Verletzten und mehr als 37.000 Menschen, die ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlagen verloren haben. Die von Touristen vielbesuchten Küstenstreifen von Pandeglang, Serang und Süd-Lampung sind besonders betroffen. Viele Menschen gelten noch als vermisst, es ist daher zu befürchten, dass die Opferzahl weiter steigen wird.

Die Caritas erreicht die Betroffenen schnell und umfassend

Caritas international hat bereits 200.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt, denn der Bedarf an Medizin und Unterkünften ist groß. Lokale Helferinnen und Helfer der Caritas sind im Einsatz, um Nahrungsmittel, Hygiene-Sets, Decken, Matratzen, und Planen an rund 9.000 Personen zu verteilen.

Indonesien: die lokale Caritas ermittelt die Bedarfe und verteilt NahrungsmittelGemeinsam mit der Caritas Tanjung Karang ermitteln wir die Bedarfe der Tsunami-Überlebenden und verteilen NahrungsmittelFoto: KUN, Caritas-Partnerorganisation in Indonesien

Darüber hinaus arbeitet ein medizinisches Team mit Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen auf Hochtouren, um über die nächsten Wochen für 8.500 Betroffene die Versorgung mit medizinischer und psychosozialer Hilfe sicherzustellen. Unsere Partner kooperieren dabei eng mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde.

Um den Menschen in Indonesien nach dieser wiederholten Katastrophe zur Seite stehen zu können, bitten wir dringend um Spenden.

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Auch nach der Katastrophe bleibt die Lage gefährlich. Die Behörden erhöhten die Warnstufe für den Vulkan Anak Krakatau. Julia Gietmann, Asien-Expertin bei Caritas international, erklärt was die Menschen am dringendsten benötigen:


Bereits der zweite große Tsunami im Jahr 2018

Indonesien_Ibu Masnah inmitten von TrümmernDer Tsunami in der Nacht zum 23. Dezember war bereits der zweite Tsunami im Jahr 2018. Beim Erdbeben und dem anschließenden Tsunami auf Sulawesi kamen im September etwa 2.000 Menschen ums Leben.Foto: KUN, Caritas-Partnerorganisation in Indonesien

Indonesien wurde 2018 bereits mehrfach von Naturkatastrophen getroffen. Im August kam es auf der Insel Lombok zu einem Erdbeben mit ca. 600 Toten. Die indonesische Insel Sulawesi wurde am 28. September von einem schweren Erdbeben verwüstet. Dem Beben folgte eine Tsunamiwelle, die mit 800 Stundenkilometern auf die Küstenstadt Palu prallte und alles mit sich riss. Über 2.000 Leichen konnten geborgen werden. Die Caritas ist sowohl in Lombok als auch in Sulawesi nach wie vor im Einsatz.

Nothilfeteams im Einsatz

Genau wie im Fall der aktuellen Katastrophe, reisten auch in Lombok und Sulawesi Nothilfeteams ins Katastrophengebiet. Unmittelbar nach den Katastrophen geht es den Helfern der Caritas darum, das nackte Überleben der betroffenen Menschen zu sichern. Auf Sulawesi wurden dazu drei 15-köpfigeTeams, bestehend aus Ärzten, Krankenpflegern, Hebammen und Pharmazeuten, ins Katastrophengebiet entsandt.

Kurz darauf folgten weitere Teams, die nach wie vor Hilfsgüter an diejenigen verteilen, die bei dem Erdbeben oder dem anschließenden Tsunami alles verloren haben. Die Hilfsgüter, die in großen Tonnen geliefert werden, umfassen Plastikplanen und Regenjacken, damit sich die Menschen gegen Regen und Wind schützen können. Außerdem Matratzen, Taschenlampen und Decken für die Nächte unter freiem Himmel, Nahrungsmittel für zwei Wochen sowie diverse Küchen- und Hygieneutensilien, wie beispielsweise Windeln, Seife und Zahnpasta. Ca. 2.000 Personen erhielten bislang eine solche "Hilfstonne".

LKW mit Hilfsgütern der CaritasVerteilung von Hilfsgütern: in den Tonnen befinden sich u.a. Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Plastikplanen.Foto: Caritas Indonesien

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Aus Nothilfe wird Übergangshilfe

Im zweiten Schritt der Hilfe werden nun behelfsmäßige Unterkünfte errichtet, denn durch die Naturkatastrophen haben 70.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Damit sie nicht unter freiem Himmel schlafen müssen, errichten unsere Partner so viele Unterkünfte wie möglich. In den nächsten Monaten werden knapp 1.000 Unterkünfte errichtet, in denen ca. 5.000 Menschen ein vorübergehendes Zuhause finden.

Erdbeben in IndonesienViele Menschen haben in Zelten eine provisorische Unterkunft gefunden.Foto: Caritas international

Caritas-Partner-Netzwerk von großem Vorteil

Ausländer durften auf Anweisung der indonesischen Regierung nicht ins Katastrophengebiet von Sulawesi. Doch hier half der Caritas von Anfang an ihre lokale Partnerstruktur: Bereits unmittelbar nach der Katastrophe erreichten unsere Kollegen von vor Ort das Katastrophengebiet und konnten mit der Nothilfe starten. Sämtliche Nothilfeteams, die sich aktuell im Einsatz befinden, bestehen aus einheimischen Mitarbeitern.

Weitere Gelder werden dringend benötigt, um den Betroffenen der Katastrophe zur Seite zu stehen.

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Spendenkonto Caritas international
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL

Zur Situation

Am 23. Dezember wurden die indonesischen Inseln Sumatra und Java von einem Tsumani getroffen, über 220 Menschen verloren ihr Leben. Die Insel Sulawesi wurde am 28. September von einem schweren Erdbeben verwüstet. Dem Beben folgte eine Tsunamiwelle, die mit 800 Stundenkilometern auf die Küstenstadt Palu prallte und alles mit sich riss. Über 2.000 Leichen konnten geborgen werden, aus Angst vor Seuchen werden die meisten von ihnen in Massengräbern beerdigt. Tausende werden noch immer vermisst, sie werden vermutlich niemals gefunden werden. Die Überlebenden sind traumatisiert, haben neben ihren Angehörigen oft ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die Vereinten Nationen sprechen von rund 200.000 Betroffenen, darunter 46.000 Kinder. Hilfe wird an allen Ecken und Enden weiter dringend benötigt. Caritas international arbeitet daher gegenwärtig weitere Hilfsprojekte aus – mehr als 1,5 Millionen Euro Hilfsgelder konnten bereits zugesichert werden. Helfen Sie uns mit ihrer Spende beim Wiederaufbau!

ein Zitat von unserem Referenten Daniel Apolinarski vor einer Indonesien-Karte