zurück

Asien

Katastrophenvorsorge

Nepal: Katastrophenvorsorge

Eine Familie watet durch eine FlutImmer wieder kommt es zu Überschwemmungen, Erdrutschen und auch Erdbeben in der Region.Caritas Nepal

Am Fuße des Himalayas, im Tiefland an der Grenze zu Indien, dehnten sich ehemals große Regenwälder aus. Heute sind sie weitgehend abgeholzt, und die Region ist dicht besiedelt. Während der Regenzeit wird das Tiefland immer wieder Schauplatz verheerender Überschwemmungen.

Die Abholzungen und Besiedlungen aber auch eine intensive Beweidung auf den Hügelketten haben die Landschaft in ihrer Beschaffenheit stark verändert. Bei Regen hat der Boden keinen Halt und rutscht von den Hügeln ins Tal und zerstört Häuser, Felder und Straßen. Durch den jährlichen Monsun treten die Flüsse im Tal über die unbefestigten und abgeholzten Ufer, Deiche und Staudämme brechen und es kommt zu schweren Überschwemmungen und Sturzfluten, die ganze Dörfer mit sich reißen. Der Bruch des Koshi-Staudammes im Jahr 2008 zählt zu einer der schwersten Katastrophen im Land: Das Wasser bahnte sich, bis zu 100 Kilometer vom Flussbett entfernt, seinen Weg in ein dicht besiedeltes Tal, nahm dutzende Dörfer und seine Bewohner mit. Auch 2016 und die Jahre zuvor war die Region immer wieder von Überschwemmungen betroffen.

Die beiden Distrikte Mahottari und Dhansuha, die im Tiefland liegen, zählen zu den katastrophenanfälligsten in ganz Nepal. Durch sie schlängelt sich der Ratu, ein Fluss, an dessen Ufern Bauernfamilien siedeln. Nahezu jedes Jahr kommt es hier zu Erdrutschen, Überschwemmungen oder auch Erdbeben. Zwar war die Region vom schweren Erdbeben 2015 nicht so stark betroffen wie andere, nördlichere Distrikte, aber auch hier wurden fast 500 Häuser, Brunnen und Bewässerungskanäle zerstört.

Der Klimawandel erhöht das Risiko für Katastrophen: So löst er besonders heftige Regenfälle aus und verstärkt damit die Gefahren von Fluten und Dammbrüchen.

Juli 2018