Gemeinsame Kampagne

Diakonie und Caritas

Rohingya: Verfolgt und vertrieben

Rohingya: Verfolgt und vertrieben

Mit der Aktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ rücken Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe jedes Jahr Krisen und Katastrophen in den Vordergrund, die kaum Beachtung in den Medien finden. 2018 richten wir den Fokus auf die grausam verfolgte Minderheit der Rohingya, die in Bangladesch schwer traumatisiert und ohne Perspektiven ausharrt.

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Rohingya

Geschichten von Betroffenen

"Uns wurde so viel gegeben"


Trotz all dem Leid, das Duba-àh Nuur seit der Vertreibung aus ihrer Heimat erfahren mussten, war die Ankunft im Camp ein "Freudentag" für sie und ihren Mann: "Diesen Tag werde ich nie vergessen. Wir hatten auf unserer dreitägigen Flucht durch den Dschungel unsere beiden Kinder verloren. Und als wir hier in Bangladesch ankamen, fanden wir uns plötzlich alle wieder." Nichts, sagt sie, auch nicht der Verlust der Heimat, sei so schlimm, wie die Ungewissheit die eigenen Kinder möglicherweise nicht wiederzusehen. Da habe sie sich plötzlich wieder reich gefühlt, obwohl sie nie ärmer war: "Wir konnten nichts auf unserer Flucht mitnehmen als die Kleider, die wir am Leib trugen."

Überwältigende Unterstützung

Frau mit Kind im Gespräch mit Caritas-MitarbeiterDuba-àh Nuur und eins ihrer Kinder im Gespräch mit Stefan Teplan, Öffentlichkeitsmitarbeiter bei Caritas international.Foto: Andreas Brender / Caritas international

Besonders überrascht war Duba-àh Nuur von der Unterstützung, die sie im Camp erfuhr "Zuerst versorgten uns die hier lebenden Bauern mit Essen und Getränken. Dann bauten wir uns aus Plastikplanen, die die Regierung verteilte, eine Art Notzelt auf. Von Woche zu Woche gab es mehr und mehr Hilfe. Das war einfach unglaublich."
Die Familie lebt in einem Abschnitt des Camps, der von der Caritas Bangladesch betreut wird. So erhielt sie Lebensmittel, Kochutensilien, Matratzen, Decken, Hygieneartikel und viele andere Hilfsgüter. "Wir hatten das große Glück, als eine von nur 182 Familien Anfang Januar in die erste Modellsiedlung des Flüchtlingscamps aufgenommen zu werden", erzählt Duba-àh Nuur weiter. In dieser von der UNO hoch gelobten Modellsiedlung hatte die Caritas gemeinsam mit anderen Hilfswerken stabile Bambushütten, sanitäre Anlagen und Brunnen errichtet. In der Zwischenzeit wurden 4.000 weiterer solcher Hütten von der Caritas erbaut.

Caritas-Hilfe für über 400.000 Menschen

Rohingya: Child friendly SpaceDie Caritas kümmert sich in sogenannten Child friendly Spaces um Kinder aller Altersgruppen. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund, aber auch kleinere Lerninhalte werden vermittelt.Foto: Ismail Ferdous

Durch ihre Ankunft vor einem Jahr erlebte Duba-àh Nuur die Entwicklung des Rohingya-Camps von Anfang an mit - von den primitiven und unhygienischen Verhältnissen, die zu Beginn dort herrschten, bis hin zu einem Flüchtlingscamp von nie dagewesenen Ausmaßen: Wo vorher Wildnis war, steht jetzt eine Art Stadt mit Straßen und Gassen, die sich durch das Camp schlängeln. Wo vorher Menschen unter Plastikplanen hausen mussten, leben sie jetzt in Bambushütten.
Neben Duba-àh Nuur hilft die Caritas zurzeit über 400.000 Rohingya. Die Hilfen umfassen neben wetterfesten Unterkünften auch Nahrungsmittel und Gaskocher, aber auch Nutzpflanzen und Pflanzensamen werden verteilt, damit die Menschen in den bescheidenen Vorgärten ein bisschen eigenes Gemüse anbauen können. Duba-àh Nuurs Kinder, so wie viele anderen Kinder auch, finden in sogenannten "Child friendly Spaces" einen sicheren Ort zum Spielen und Lernen.

Doch mehr als jede Art von materieller Hilfe zählt für Duba-àh Nuur und ihre Familie eines: "In Myanmar hatten wir Tag und Nacht Angst. Wir hörten, dass in den umliegenden Dörfern die Armee Menschen kidnappte, folterte und sogar tötete. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis es auch uns erwischt hätte." Gemeinsam mit ihrer Familie gelingt es ihr noch rechtzeitig einen Bach vor ihrem Haus zu durchqueren und von dort in den Dschungel zu entkommen. Auf die Frage, was ihr und ihrer Familie noch fehle, zeigt sie sich bescheiden: "Wie könnte ich noch irgendetwas verlangen! Uns wurde schon so viel gegeben."

Stefan Teplan, August 2018

So können Sie den Rohingya helfen: 


Stimmen aus dem Flüchtlingslager:

Projekt

Bangladesch

Verbesserung der Lebensumstände

Im weltweit größten Flüchtlingslager versorgt Caritas die Rohingya mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Kochgeschirr und Hygieneartikeln. Weiter werden über 4.000 Notunterkünfte gebaut, es gibt psychosoziale Unterstützung und Angebote für Kinder.

Der Alltag der Rohingya in Myanmar ist seit Jahrzehnten von Unterdrückung, Ausgrenzung und Gewalt geprägt. Das Land akzeptiert die muslimische Minderheit nicht als eigene Bevölkerungsgruppe. Mit Militäroffensiven und der Aberkennung von Rechten wurden in der Vergangenheit nahezu 1,5 Millionen Rohingya in die Nachbarländer vertrieben.

Beim einem gewaltsamen Angriff durch das Militär Ende August 2017 kam es zu einer Massenflucht. Seither suchten Hunderttausende Menschen Schutz im benachbarten Bangladesch, darunter viele Kinder. Die Situation in den Lagern ist prekär. Es gibt nicht genügend Unterkünfte und es fehlen sanitäre Einrichtungen. Viele Menschen sind schwer traumatisiert. "Die Infrastrukturen sind völlig unzureichend, denn das hier ist eine der ärmsten Regionen Bangladeschs", berichtet Peter Seidel, Länderreferent bei Caritas international.

Kollege Stefan Teplan gibt im Video Einblicke in die unterschiedlichen Bereiche der Hilfe.

Vom Modelldorf zur Großbaustelle

Im Flüchtlingslager Cox's Bazar errichtete Caritas ein Modelldorf mit 182 Bambushütten, Brunnen, Toiletten und Räumen für Kinder. Ursprünglich waren festere Bauten geplant, das lehnte die Regierung jedoch ab. Trotzdem hat sich die Wohnsituation für die dort lebenden Familien wesentlich verbessert. An den größeren Wegen sorgen sogar Solarlampen für die Sicherheit der Bewohner.

Ein Einblick in die Modellsiedlung.Ein Einblick in die Modellsiedlung.Foto: Ismail Ferdous for Catholic Relief Services

Die UN ist von dem Modelldorf so überzeugt, dass sie es anderen Hilfsorganisationen zur Umsetzung empfiehlt und gemeinsam mit der Regierung die Caritas mit dem Bau von über 4.000 Hütten für rund 20.000 Menschen beauftragte.

Die Fertigstellung der Bambushütten erfolgte gerade noch rechtzeitig, bevor der Monsun einsetzte. „Es war ein Wettlauf gegen die Zeit“, erzählt Seidel. Der Regen verwandelt diese Region Bangladeschs alljährlich in Schlammwüsten. Bislang hat der Monsun bereits eine Schneise der Zerstörung hinterlassen: Hütten, die im Camp auf unbefestigten Hängen standen, sind mitsamt Bewohnern abgerutscht und Sanitäranlagen sowie Wege wurden zerstört. Ein Mensch kam ums Leben, Hunderte sind betroffen. Doch die Hütten im Camp-Abschnitt der Caritas halten Stand.

Rohingya-Camp im RegenWeggeschwemmte Brücken, zerstörte Hütten und kaputte Wege. Der Monsun hat bereits viel Zerstörung hinterlassen. Doch der von der Caritas betreute Camp-Abschnitt ist weitestgehend verschont geblieben - aufgrund gut befestigter Untergründe und haltbarer Bauten. Foto: Ismail Ferdous for Catholic Relief Services

Wir arbeiten mit anderen Organisationen unter Hochdruck daran, gefährdete Hütten und Gelände so gut es geht zu sichern. „Die Anstrengungen, die im Lager unternommen werden, sind beeindruckend“, so Seidel. Beispielsweise sei es in von Caritas-Teams betreuten Gebieten gelungen, mit Drainagen, befestigten Wegen und Verbesserungen der Unterkünfte die Lager deutlich sicherer zu machen. „Aber 900.000 Menschen zu versorgen, ist eine kaum zu meisternde Herausforderung.

Rund 1.700 Arbeiter sind täglich auf der Baustelle beschäftigt, die meisten sind selbst Flüchtlinge und können sich durch Cash-for-Work einen kleinen Verdienst erarbeiten.

Hilfe für über 400.000 Menschen

Gemeinsam mit Caritas Bangladesch leistet Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, in Kooperation mit der UN Nothilfe für über 400.000 Flüchtlinge im Lager. Neben dem Bau von Hütten werden die Menschen mit Grundnahrungsmitteln versorgt, darunter Reis, Hülsenfrüchte und Speiseöl. Weiter erhalten sie Koch- und Essgeschirr, Gasöfen, Decken und Matratzen sowie Hygiene- und Babyartikel. „Mit einfachen Dingen, die für uns selbstverständlich sind, kann man die Menschen hier glücklich machen und ihnen helfen", berichtet Stefan Teplan, Mitarbeiter von Caritas international.

Auch wenn die Regierung Bangladeschs nicht daran interessiert ist, die Geflüchteten dauerhaft aufzunehmen, wollen wir die Rohingya in ihrer Eigenständigkeit stärken und verteilen Saatgut und Pflanzen. Mit Mango-, Zitronen- und anderen Obstbäumen können sich die Rohingya teils selbst versorgen und sichern gleichzeitig die Hänge vor Erdrutschen.

Bessere Hygienebedingungen und psychologische Hilfe für Kinder

Child friendly spaces In den "child friendly spaces" der Caritas können die Kinder in den für sie altersgerecht eingerichteten Räumen mit ausgebildeten Sozialarbeitern die schlimmen Erlebnisse der Flucht verarbeiten und für einen Moment vergessen. Foto: Ismail Ferdous for Catholic Relief Services

Durch den Bau von Wasserzuleitungen und Sanitäreinrichtungen und die Abgabe von Desinfektionstabletten werden die hygienischen Bedingungen verbessert und das Risiko von Seuchen verringert. Erwachsene und vor allem Kinder, die durch die Erlebnisse, den Verlust von Angehörigen und die Flucht schwer traumatisiert sind, erhalten eine psychologische Betreuung.

Kinderfreundliche Plätze in sogenannten "child friendly spaces" mit Spiel- und Lernangeboten wurden eingerichtet, und mehr als 100 Caritas-Fachkräfte sind im Einsatz. "Die Menschen haben schreckliche Erfahrungen gemacht, leider auch die Kinder. Wir helfen ihnen, ihr Leid zu lindern", erklärt Mohamed Adadu, Sozialarbeiter der Caritas Bangladesch.


So können Sie den Rohingya helfen: 


August 2018

Informationen

FAQ und Zeitleiste

Fragen und Antworten zur Rohingya-Krise

Die Rohingya sind in Myanmar schon seit Jahrzehnten Diskriminierung und Vertreibung ausgesetzt. Mittlerweile sind über 900.000 Menschen der ethnischen Minderheit nach Bangladesch geflohen. Wie konnte es so weit kommen und wie hat alles angefangen? Und wer sind die Rohingya überhaupt? Diese Seite gibt Aufschluss und zeigt die prägnantesten Ereignisse.

FAQ

Wer sind die Rohingya?

Als Rohingya wird eine Gruppe von mehr als zwei Millionen Menschen bezeichnet, die größtenteils in der Region Rakhine (ehemals Arakan) im Südwesten von Myanmar lebte. Die Eigenbezeichnung lautet Ruāingga. Die Mehrheit der Rohingya bekennt sich zum sunnitischen Islam. Auch in Bangladesch, Pakistan, Saudi-Arabien, Malaysia und Thailand leben Rohingya, jedoch in deutlich kleinerer Anzahl. Viele Rohingya sehen sich selbst als eigenständige ethnisch-religiöse Gruppe. Die staatlichen Stellen in Myanmar erkennen sie jedoch nicht als Minderheit an, sondern sprechen von „Bengalen“. Mit der Bezeichnung geht der Vorwurf einher, die Rohingya seien illegal aus dem benachbarten Bangladesch eingewandert. Der buddhistische Klerus (Sangha) sieht die Rohingya als Gefahr für den Buddhismus an. Rohingya werden nicht als Staatsbürger von Myanmar anerkannt. Seit dem Staatsbürgerschaftsgesetz von 1982 wird ihnen offiziell die myanmarische Staatsbürgerschaft verweigert. Somit sind sie Staatenlose und genießen keinerlei Bürgerrechte.

Warum werden die Rohingya verfolgt?

Antimuslimische Ressentiments sind bei der buddhistischen Mehrheit in Myanmar weit verbreitet. Dass die Rohingya noch immer als illegale Einwanderer betrachtet und nicht als Minderheit anerkannt werden, verstärkt diese Vorurteile weiter. Dabei ist die Verfolgung der Rohingya kein neues Problem: Seit der Unabhängigkeit Myanmars 1948 verließen aufgrund der staatlichen Unterdrückung Hundertausende Rohingya das Land. 1987 flohen rund 220.000, 1991 weitere 250.000 vor der Gewalt der Armee über die Grenze nach Bangladesch. In den letzten Jahren hat sich die Situation aber noch einmal dramatisch verschlechtert. Bei antimuslimischen Unruhen im Jahr 2012 wurden über 200 Menschen getötet und rund 120.000 Rohingya vertrieben. Einige Rohingya gründeten daraufhin 2016 im saudi-arabischen Exil die Gruppe „Araken Rohingya Salvation Army“ (ARSA), die immer wieder Anschläge auf staatliche Behörden durchführt und den Konflikt weiter verschärft. Nach Angriffen der ARSA auf Polizeistationen, bei denen neun Polizisten getötet wurden, ließ das burmesische Militär die Gewalt im August 2017 eskalieren. Menschenrechtsorganisationen berichteten über zahlreiche Hinrichtungen, Massenvergewaltigungen und niedergebrannte Dörfer. Die Vereinten Nationen sprachen von „ethnischen Säuberungen“ durch Myanmars Militär.

Wie geht es mit den Geflohenen weiter?

Anfang Dezember 2017 vereinbarten die Regierungen von Bangladesch und Myanmar ein Abkommen zur Rückführung der vertriebenen Rohingya. Demnach sollten sie innerhalb von zwei Monaten in ihre Heimat zurückkehren können. Die Rohingya fürchten jedoch erneute Übergriffe in ihrer Heimat, die meisten weigern sich daher zurückzukehren. Weil auch die Regierung in Bangladesch kein Interesse daran hat, die Geflüchteten dauerhaft bei sich aufzunehmen, ist unter anderem der Einsatz von Beton und anderen langlebigen Baumaterialien in den Flüchtlingslagern verboten. So soll verhindert werden, dass sich das Flüchtlingslager zu einem permanenten Wohnort entwickelt. Zurzeit gibt es Pläne der Regierung in Bangladesch, insgesamt 100.000 Rohingya auf freiwilliger Basis auf eine bisher unbewohnte Insel 30 Kilometer vor der bangladeschischen Küste zu verschiffen. Die Zukunft der meisten Vertriebenen bleibt jedoch weiter ungewiss.

Was tut die Caritas für die Rohingya?

Die Caritas versorgt aktuell 300.000 Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Kochutensilien und Hygieneartikeln. Zudem wurden rund 130.000 Rohingya mit Decken und warmer Kleidung ausgestattet. Der jährlich im Sommer zu erwartende Monsun stellt eine große Gefahr für die Menschen in dem weltweit größten Flüchtlingslager dar, denn die wenigsten Unterkünfte waren bisher unwetterfest. Die Caritas hat daher zunächst ein Modelldorf mit 180 wetterfesten Hütten sowie Trinkwasserbrunnen und Sanitäranlagen errichtet. Die UN ist von dem Projekt so überzeugt, dass sie es anderen Organisationen zur Umsetzung empfahl und die Caritas mit dem Bau von weiteren 4.000 Hütten beauftragt hat. Diese Hütten sind mittlerweile ebenfalls fertiggestellt.

Reportage

Rohingya

Ein Jahr nach der Vertreibung

Innerhalb eines Jahres hat sich das Camp Kutupalong zum weltweit größten Flüchtlingslager entwickelt. Die Situation der dort lebenden Menschen hat sich in dieser Zeit, nicht zuletzt aufgrund der Arbeit der dort tätigen Hilfswerke, spürbar verbessert. Doch es gibt nach wie vor große Probleme.

Dreimal hatte ich während eines Jahres das Rohingya-Camp bei Cox’s Bazar in Bangladesch besucht. Und jedes Mal traf ich einen völlig anderen Platz vor, einen Platz, den ich von dem vorhergehenden Besuch nicht wieder erkannte. Aus einem Stück Wildnis, in dem anfangs wenige Zehntausende, später Hunderttausende Vertriebene aus Myanmar unter Plastikplanen mehr hausten als wohnten, leben heute in einem Camp vom Ausmaß einer Großstadt über eine Million Flüchtlinge in relativ stabilen Bambusbauten, die den starken Regenfällen und dem Wind während des von Juni bis September andauernden Monsun relativ gut standhalten.

MarktszeneAuf Märkten und an kleinen Verkaufsständen gibt es mittlerweile so gut wie alles zu kaufen im Camp. Den meisten Geflohenen mangelt es jedoch an finanziellen Mitteln dafür - so sind sie weiter auf die Verteilung von Hilfsgütern angewiesen.Foto: Caritas international

Wo noch vor einem Jahr die in Massen nach Bangladesch strömenden Angehörigen der Volksgruppe der Rohingya -auf der Flucht vor Folter, Plünderungen, Massenvergewaltigungen, denen sie in ihrer Heimat Myanmar durch die Armee ausgesetzt waren - nichts zu essen vorfanden und von Lebensmittelverteilungen durch die Caritas und andere Hilfsorganisationen abhängig waren, stehen heute an den Rändern der Pfade, Gassen und Straßen Verkaufsbuden und Teestuben, wo sie alles erwerben können, was sie zum Leben und Überleben brauchen, sofern sie dazu die nötigen Mittel haben. "Dass wir die nicht immer haben und oft immer noch von der Hand in den Mund leben müssen, ist eine andere Geschichte," sagt Duba-àh Nuur. 

Sie lebt, wenn der Jahrestag des großen Zustroms von Rohingya nach Bangladesch am 25. August begangen wird, genau ein Jahr im Lager, sie hat all die Veränderungen, die dort laufend vor sich gehen, selbst miterlebt. "Allerdings", ergänzt sie, "nicht nur die Veränderungen im Lager, bei mir und bei uns allen, die wir aus Myanmar hierher geflohen sind, hat sich das ganze Leben für immer verändert."

Der Monsun ist eine enorme Herausforderung

Duba-áh Nuur kam in Bangladesch an, als Monsun herrschte und erinnert sich, "wie wir alle im Schlamm steckten." Da, meint sie, sei es heute schon sehr viel besser. "Jetzt leben wir in diesen Hütten, die die Caritas für uns erbaut hat." Schlamm bildet sich bei starkem Regen natürlich heute auch. "Aber in der Hütte ist es trocken, weil die Außenwände und das Dach  gut geschützt sind." Damit sich auf dem hügeligen Gelände, auf dem das Rohingya-Camp steht, das Wasser nicht staut, sondern abfließen kann und stärkere Schlammbildung so vermieden werden kann, hat die Caritas entlang des terrassierten Bodens  Abwasserrinnen geschaffen.

Das ist freilich nicht in allen Teilen des Lagers Standard. "Es kam", erklärt mir Abu Taher, der für mehrere von der Caritas Bangladesch betreute Zonen verantwortlich ist, "in manchen Zonen zu Erdrutschen und tragischerweise sogar zu Todesfällen. Ich kann schon mit etwas Stolz sagen, dass in den Zonen, die im Verantwortungsbereich der Caritas liegen, keine größeren Schäden entstanden sind. Und das kommt nicht von ungefähr. Das hängt damit zusammen, dass wir gut vorgebaut haben.  Wir haben alle Bauten, die wir für die Rohingya errichtet haben, auf vorher planierten, ebenen Grund gestellt. Und das ganze Gelände stark terrassiert, um Erdrutschen vorzubeugen. Das hat sich, wie man jetzt während des Monsun sieht, gut bewährt."

Dennoch, in einigen wenigen Fällen drang dennoch Regenwasser in manche Behausungen. "Auch das hätte verhindert werden können", sagt Abu Taher, "wenn die Regierung uns erlaubt hätte, die Außenwände von unten her besser zu schützen. Aber wir hatten die Auflage, keine festen Baumaterialien wie Zement oder Beton zu verwenden, weil die Regierung keine permanent haltbaren Häuser im Lager haben will. Wir dürfen alles nur übergangsmäßig machen."

Die Regierung von Bangladesch will mit solchen Auflagen signalisieren, dass der Aufenthalt der Rohingya in Bangladesch kein Dauerzustand sein soll, sondern dass an Lösungen gearbeitet wird, sie entweder nach Myanmar zurückzubringen oder zumindest teilweise umzusiedeln. Inzwischen aber hat sie, aufgrund der Erfahrungen während des Monsuns, ihre strengen Auflagen etwas gelockert. "Innen dürfen wir, um die Stabilität des Hauses bei starkem Wind zu erhöhen, nun Betonpfeiler als Stützen verwenden. Das ist ein großer Fortschritt", erklärt Abu Taher.

Abu TaherAbu Taher (rechts) ist für mehrere von der Caritas betreute Zonen im Camp zuständig.Foto: Caritas international

Wellblech darf inzwischen auch für die Duschen und Latrinen, die die Caritas im Lager neu errichtet, eingesetzt werden. "Es ist kein Vergnügen", erklärt Abu Taher mit einem Lachen, "auf der Toilette zu sitzen und von oben her von einem Starkregen überrascht zu werden. Außerdem ist so auch der Sichtschutz erhöht."

Wie geht es weiter?

Anfang November 2017 hatte die Regierung von Bangladesch ein Abkommen mit der Regierung von Myanmar geschlossen, demzufolge in Etappen und im Verlauf mehrerer Jahre die Rohingya nach Myanmar zurückgebracht werden sollen. Bis heute konnte dieses Abkommen nicht umgesetzt werden und Experten bezweifeln, dass dies je der Fall sein könnte. Es scheitert vorwiegend an zwei entscheidenden Kriterien: Myanmar müsste verbindlich erklären, dass es den Rohingya Menschenrechte und Staatsbürgerrechte zugesteht, die es ihnen über Jahrzehnte hinweg immer verweigert hat. Und es müsste Raum für die Rohingya geschaffen werden, nachdem so gut wie alle ihre Dörfer abgebrannt und planiert wurden. Viele der Rohingya, die ich im Lager befrage, erklären, sie würden nie mehr in die "Hölle", aus der sie gekommen waren, zurückkehren.  Einer von ihnen, der 77-jährige Hamid Hossein, sagt überdeutlich: "Der Tag, an dem wir dazu gezwungen werden sollten, wird der Tag sein, an dem meine ganze Familie Massenselbstmord begehen wird." Wie mir der für das Camp-Management verantwortliche Regierungsvertreter Shammul Huq Pavel jedoch erklärt, würde "eine potentielle Rückführung auf rein freiwilliger Basis geschehen."

Auf freiwilliger Basis auch soll, wie Pavel weiter ausführt, eine Umsiedlung von rund 100.000 Rohingya erfolgen, die die Regierung für das Jahr 2019 plant. Auf einer Insel im Golf von Bengalen, westlich der Stadt Chittagong, bereitet die Armee von Bangladesch derzeit die Infrastruktur vor, um diese bewohnbar zu machen. Ob sich tatsächlich 100.000 Rohingya finden werden, die dorthin umziehen wollen, steht noch in den Sternen. Es würde an ihrer Lage nicht viel ändern: Sowohl das Lager wie die Insel bilden eine Art von Ghetto, aus der es für sie keinen Ausweg gibt. Das Lager dürfen Rohinbgya offiziell nicht verlassen. Arbeitsmöglichkeiten gibt es für sie nur innerhalb des Lagers in geringem Maße.

Bei den Baumaßnahmen können sie als Tagelöhner mitarbeiten - gegen einen Tagessatz von umgerechnet 3,50 Euro. "Das", berichtet Duba-áh Nuur, "ist eine kleine Aufbesserung unserer Verhältnisse. Wir können uns davon auf den Märkten im Lager nun endlich auch etwas anderes zu essen kaufen, als den Reis und die Linsen, die wir über die Lebensmittelverteilungen bekommen. Aber dennoch: Wir haben nie Gewissheit, ob nächste Woche wieder Arbeit da ist, wir leben nach wie vor von der Hand in den Mund."

Der Wunsch nach mehr Sicherheit

Arbeitsmöglichkeiten und somit ein kleines Einkommen zu erhalten, steht auf der Wunschliste der meisten Rohingya, die ich im Lager befrage, denn auch ganz oben. Es folgen der Wunsch nach Bildung und Ausbildungsmöglichkeiten für die Jugend und der Ruf nach mehr Sicherheit.

Rohingya: SolarlampenDie Caritas verteilt Vorhängeschlösser und stellt Solarlaternen (hier im Bild) auf, um die Sicherheitssituation im Camp zu verbessern. Foto: CRS

Verständlich angesichts einiger dramatischer Vorfälle, die sich im Lager ergeben haben. Zwar ist der Zutritt zum Lager durch Checkpoints der Armee streng bewacht, doch kann, wer will, an den Wäldern um diese Wege relativ einfach nach außen und von dort wieder nach innen gelangen. Dies nutzen offenbar Menschenhändler aus, die Mädchen und Frauen aus dem Lager zur Zwangsprostitution missbrauchen. Schon mehrfach  fand die Polizei bei Razzien Rohingya-Mädchen in Bordellen oder Hotels im rund 50 Kilometer entfernten Touristenort Cox’s Bazar. "Das Lager ist ab 17.00 Uhr geschlossen, auch für Hilfsorganisationen, und keiner weiß, welche dunklen Machenschaften hier zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang getrieben werden. Es müsste noch mehr Präsenz der Polizei oder der Armee auch nachts hier zur Sicherheit der Menschen gezeigt werden", meint Peter Darrin (Name auf Wunsch des Beteiligten geändert), ein für die Sicherheit von schutzbedürftigen Personen verantwortlicher Mitarbeiter der Caritas Bangladesch. "Es kamen im Lager nachts Fälle von sexuellen Übergriffen und  Einbrüchen vor, gegen die wir als Hilfsorganisation eigentlich machtlos sind. Zwar haben wir in den Zonen, die die Caritas betreut, zur Sicherheit Solarlaternen ausgestellt, Vorhängeschlösser an den Hütten angebracht und sogar Nachtwächter eingestellt, aber es wäre gut, wenn noch mehr Polizei da wäre."

Was den Wunsch nach Bildung betrifft, so bleibt zu hoffen, dass die Regierung von Bangladesch eines Tages auch Schulen zulässt. "Was", so Darrin, "soll sonst je aus diesen Hunderttausenden von Kindern und Jugendlichen im Lager werden, wenn sie noch viele Jahre im Lager bleiben müssen. Wir müssen ihnen Perspektiven geben, sonst wächst hier eine verlorene Generation  heran."

Stefan Teplan, August 2018


So können Sie den Rohingya helfen: 


Kampagne

Rohingya

Die größte Katastrophe ist das Vergessen

Gemeinsam rufen wir dazu auf, das Schicksal der Rohingya nicht zu vergessen. Am 25. August 2017 hatte die Vertreibung in Myanmar begonnen, seit dem sind mehr als 700.000 Menschen nach Bangladesch geflohen.

Verfolgt und vertrieben vom myanmarischen Militär, das ihre Dörfer niederbrannte und viele Menschen der ethnischen muslimischen Minderheit umbrachte - traumatische Erlebnisse.

Schutz haben die Flüchtlinge im Osten Bangladeschs gefunden, südlich der Stadt Cox´Bazar, wo sie sich im Umfeld des bereits aus den 90er Jahren existierenden Lagers Kutupalong niederließen. Dieses Lager wurde somit fast über Nacht zu einem der größten Flüchtlingscamps in der Welt.

Flüchtende RohingyaDie Rohingya kamen nicht freiwillig nach Bangladesch. Sie wurden gewaltsam aus ihrer Heimat, aus Myanmar, vertrieben. Foto: Stefan Teplan / Caritas international

Improvisierte Hütten aus Kunststoffplanen und Holz entstanden, die jedoch kaum Schutz vor dem Monsun und der Kälte boten. Ohne Nahrung, ohne gesundheitliche Versorgung und ohne jegliche sanitäre Infrastruktur mussten die Menschen um ihr Überleben kämpfen. Die einheimischen Bewohner haben den Flüchtlingen so gut es ging geholfen, doch schnell wurde klar: Bangladesch ist auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen.

Einfachste Hilfe kann Leben retten

Verteilung von Lebensmitteln in BangladeschDie Menschen ließen bei der Flucht alles zurück. Wir versorgten sie mit dem Nötigsten. Die Menschen ließen bei der Flucht alles zurück. Wir versorgten sie mit dem Nötigsten.Caritas Internationalis

Wir von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, und der Diakonie Katastrophenhilfe sichern das Überleben vieler Menschen in der Krisenregion gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen. Wir können extrem viel tun - bereits mit einfachsten Mitteln: wir verteilen Lebensmittel, Trinkwasser, Haushalts- und Hygieneartikel und verbessern die hygienischen Bedingungen, bauen Toiletten und Duschen mit Abwassersystemen. Erwachsene und Kinder bekommen Kleidung und Decken.

Aus den Medien aus dem Sinn?

Nun droht den Rohingya, dass die Öffentlichkeit und die Medien ihr Schicksal aus den Augen verlieren und ihre Not vergessen wird. Das aber wäre die größte Katastrophe. In unserer gemeinsamen Aktion "Die größte Katastrophe ist das Vergessen." wollen wir von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe genau das verhindern und dagegen ein starkes Zeichen setzen: Wir wollen erinnern und weiter helfen. Wir wollen das Leid der Betroffenen lindern und ihnen Perspektiven für die Zukunft eröffnen. Als Christinnen und Christen und als humanitäre Hilfsorganisationen helfen wir ALLEN Menschen, egal welcher Religion oder Herkunft. Unsere Hilfe orientiert sich an ihrer Bedürftigkeit.

Aus Nothilfe wird eine langfristige Unterstützung

Caritas international und die Diakonie Katastrophenhilfe engagieren sich mit Beginn der Vertreibung für die Rohingya. Stand am Anfang die Überlebenshilfe im Vordergrund, geht es nach fast einem Jahr darum, die Situation der Menschen im Flüchtlingscamp zu verbessern: Wir müssen sie unterstützen, sich vor dem kommenden Monsun zu wappnen, sie vor drohenden Zyklonen schützen und ihnen helfen, die grausamen Erlebnisse ihrer Vertreibung zu bewältigen. 

Kinder an einem Pumpbrunnen im Caritas Modelldorf in BangladeschCaritas baute für Rohingya-Flüchtlinge ein Modelldorf mit 182 Hütten, Brunnen und sanitären Anlagen. Die UN ist von dem Projekt so überzeugt, dass sie es anderen Organisationen zur Umsetzung empfiehlt.Foto: Nicola Glass

Trotz aller widrigen Umstände ist es das Ziel unserer Arbeit, den Menschen ein würdiges Leben im Flüchtlingscamp und wirkliche Aussichten auf eine Zukunft zu geben.

Eine Rückkehr in ihre Heimat ist gegenwärtig kaum vorstellbar: Die Menschen haben Angst, den Peinigern erneut machtlos ausgeliefert zu sein und wollen daher schlichtweg nicht zurück. Zudem ist auch Myanmar nicht willens, die Rohingya wieder aufzunehmen. Bangladesch wiederum, als eines der ärmsten Länder der Erde, ist nicht in der Lage, mit der Situation allein fertig zu werden. Hilfe, wie wir sie gemeinsam mit der Caritas Bangladesch leisten, ist also auf längere Sicht nötig. 

Doch um diese Hilfe leisten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung!

Helfen Sie mit, den Rohingya eine Zukunft zu ermöglichen!

Um auf die Situation und unsere Arbeit aufmerksam zu machen, bieten wir Ihnen verschiedene Materialien an, die Sie sich auf unseren Internet-Seiten herunterladen können. Angefangen von unserem Aktions-Motiv, dem Info-Flyer, den Text-Bausteinen für Gottesdienste und Veranstaltungen bis hin zu konkreten Projektinformationen und Hintergrundmaterialien finden Sie dort ein reiches Angebot. Alle Materialien können Sie natürlich auch direkt bei uns in größerer Menge kostenfrei nachbestellen.


So können Sie den Rohingya helfen: 


Juni 2018

Kampagne

Bangladesch

Die größte Katastrophe ist das Vergessen

Verfolgt und vertrieben vom myanmarischen Militär, das ihre Dörfer niederbrannte und viele Menschen der ethnischen muslimischen Minderheit umbrachte - traumatische Erlebnisse.

Schutz haben die Flüchtlinge im Osten Bangladeschs gefunden, südlich der Stadt Cox´Bazar, wo sie sich im Umfeld des bereits aus den 90er Jahren existierenden Lagers Kutupalong niederließen. Dieses Lager wurde somit fast über Nacht zu einem der größten Flüchtlingscamps in der Welt.

Flüchtende RohingyaDie Rohingya kamen nicht freiwillig nach Bangladesch. Sie wurden gewaltsam aus ihrer Heimat, aus Myanmar, vertrieben. Foto: Stefan Teplan / Caritas international

Improvisierte Hütten aus Kunststoffplanen und Holz entstanden, die jedoch kaum Schutz vor dem Monsun und der Kälte boten. Ohne Nahrung, ohne gesundheitliche Versorgung und ohne jegliche sanitäre Infrastruktur mussten die Menschen um ihr Überleben kämpfen. Die einheimischen Bewohner haben den Flüchtlingen so gut es ging geholfen, doch schnell wurde klar: Bangladesch ist auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen.

Einfachste Hilfe kann Leben retten

Verteilung von Lebensmitteln in BangladeschDie Menschen ließen bei der Flucht alles zurück. Wir versorgten sie mit dem Nötigsten. Die Menschen ließen bei der Flucht alles zurück. Wir versorgten sie mit dem Nötigsten.Caritas Internationalis

Wir von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, und der Diakonie Katastrophenhilfe sichern das Überleben vieler Menschen in der Krisenregion gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen. Wir können extrem viel tun - bereits mit einfachsten Mitteln: wir verteilen Lebensmittel, Trinkwasser, Haushalts- und Hygieneartikel und verbessern die hygienischen Bedingungen, bauen Toiletten und Duschen mit Abwassersystemen. Erwachsene und Kinder bekommen Kleidung und Decken.

Aus den Medien aus dem Sinn?

Nun droht den Rohingya, dass die Öffentlichkeit und die Medien ihr Schicksal aus den Augen verlieren und ihre Not vergessen wird. Das aber wäre die größte Katastrophe. In unserer gemeinsamen Aktion "Die größte Katastrophe ist das Vergessen." wollen wir von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe genau das verhindern und dagegen ein starkes Zeichen setzen: Wir wollen erinnern und weiter helfen. Wir wollen das Leid der Betroffenen lindern und ihnen Perspektiven für die Zukunft eröffnen. Als Christinnen und Christen und als humanitäre Hilfsorganisationen helfen wir ALLEN Menschen, egal welcher Religion oder Herkunft. Unsere Hilfe orientiert sich an ihrer Bedürftigkeit.

Aus Nothilfe wird eine langfristige Unterstützung

Caritas international und die Diakonie Katastrophenhilfe engagieren sich mit Beginn der Vertreibung für die Rohingya. Stand am Anfang die Überlebenshilfe im Vordergrund, geht es nach fast einem Jahr darum, die Situation der Menschen im Flüchtlingscamp zu verbessern: Wir müssen sie unterstützen, sich vor dem kommenden Monsun zu wappnen, sie vor drohenden Zyklonen schützen und ihnen helfen, die grausamen Erlebnisse ihrer Vertreibung zu bewältigen. 

Kinder an einem Pumpbrunnen im Caritas Modelldorf in BangladeschCaritas baute für Rohingya-Flüchtlinge ein Modelldorf mit 182 Hütten, Brunnen und sanitären Anlagen. Die UN ist von dem Projekt so überzeugt, dass sie es anderen Organisationen zur Umsetzung empfiehlt.Foto: Nicola Glass

Trotz aller widrigen Umstände ist es das Ziel unserer Arbeit, den Menschen ein würdiges Leben im Flüchtlingscamp und wirkliche Aussichten auf eine Zukunft zu geben.

Eine Rückkehr in ihre Heimat ist gegenwärtig kaum vorstellbar: Die Menschen haben Angst, den Peinigern erneut machtlos ausgeliefert zu sein und wollen daher schlichtweg nicht zurück. Zudem ist auch Myanmar nicht willens, die Rohingya wieder aufzunehmen. Bangladesch wiederum, als eines der ärmsten Länder der Erde, ist nicht in der Lage, mit der Situation allein fertig zu werden. Hilfe, wie wir sie gemeinsam mit der Caritas Bangladesch leisten, ist also auf längere Sicht nötig. 

Doch um diese Hilfe leisten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung!

Helfen Sie mit, den Rohingya eine Zukunft zu ermöglichen!

Um auf die Situation und unsere Arbeit aufmerksam zu machen, bieten wir Ihnen verschiedene Materialien an, die Sie sich auf unseren Internet-Seiten herunterladen können. Angefangen von unserem Aktions-Motiv, dem Info-Flyer, den Text-Bausteinen für Gottesdienste und Veranstaltungen bis hin zu konkreten Projektinformationen und Hintergrundmaterialien finden Sie dort ein reiches Angebot. Alle Materialien können Sie natürlich auch direkt bei uns in größerer Menge kostenfrei nachbestellen.

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Die größte Katastrophe ist das Vergessen

Verfolgt und vertrieben vom myanmarischen Militär, das ihre Dörfer niederbrannte und viele Menschen der ethnischen muslimischen Minderheit umbrachte - traumatische Erlebnisse.

Schutz haben die Flüchtlinge im Osten Bangladeschs gefunden, südlich der Stadt Cox´Bazar, wo sie sich im Umfeld des bereits aus den 90er Jahren existierenden Lagers Kutupalong niederließen. Dieses Lager wurde somit fast über Nacht zu einem der größten Flüchtlingscamps in der Welt.

Flüchtende RohingyaDie Rohingya kamen nicht freiwillig nach Bangladesch. Sie wurden gewaltsam aus ihrer Heimat, aus Myanmar, vertrieben. Foto: Stefan Teplan / Caritas international

Improvisierte Hütten aus Kunststoffplanen und Holz entstanden, die jedoch kaum Schutz vor dem Monsun und der Kälte boten. Ohne Nahrung, ohne gesundheitliche Versorgung und ohne jegliche sanitäre Infrastruktur mussten die Menschen um ihr Überleben kämpfen. Die einheimischen Bewohner haben den Flüchtlingen so gut es ging geholfen, doch schnell wurde klar: Bangladesch ist auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen angewiesen.

Einfachste Hilfe kann Leben retten

Verteilung von Lebensmitteln in BangladeschDie Menschen ließen bei der Flucht alles zurück. Wir versorgten sie mit dem Nötigsten. Die Menschen ließen bei der Flucht alles zurück. Wir versorgten sie mit dem Nötigsten.Caritas Internationalis

Wir von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, und der Diakonie Katastrophenhilfe sichern das Überleben vieler Menschen in der Krisenregion gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen. Wir können extrem viel tun - bereits mit einfachsten Mitteln: wir verteilen Lebensmittel, Trinkwasser, Haushalts- und Hygieneartikel und verbessern die hygienischen Bedingungen, bauen Toiletten und Duschen mit Abwassersystemen. Erwachsene und Kinder bekommen Kleidung und Decken.

Aus den Medien aus dem Sinn?

Nun droht den Rohingya, dass die Öffentlichkeit und die Medien ihr Schicksal aus den Augen verlieren und ihre Not vergessen wird. Das aber wäre die größte Katastrophe. In unserer gemeinsamen Aktion "Die größte Katastrophe ist das Vergessen." wollen wir von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe genau das verhindern und dagegen ein starkes Zeichen setzen: Wir wollen erinnern und weiter helfen. Wir wollen das Leid der Betroffenen lindern und ihnen Perspektiven für die Zukunft eröffnen. Als Christinnen und Christen und als humanitäre Hilfsorganisationen helfen wir ALLEN Menschen, egal welcher Religion oder Herkunft. Unsere Hilfe orientiert sich an ihrer Bedürftigkeit.

Aus Nothilfe wird eine langfristige Unterstützung

Caritas international und die Diakonie Katastrophenhilfe engagieren sich mit Beginn der Vertreibung für die Rohingya. Stand am Anfang die Überlebenshilfe im Vordergrund, geht es nach fast einem Jahr darum, die Situation der Menschen im Flüchtlingscamp zu verbessern: Wir müssen sie unterstützen, sich vor dem kommenden Monsun zu wappnen, sie vor drohenden Zyklonen schützen und ihnen helfen, die grausamen Erlebnisse ihrer Vertreibung zu bewältigen. 

Kinder an einem Pumpbrunnen im Caritas Modelldorf in BangladeschCaritas baute für Rohingya-Flüchtlinge ein Modelldorf mit 182 Hütten, Brunnen und sanitären Anlagen. Die UN ist von dem Projekt so überzeugt, dass sie es anderen Organisationen zur Umsetzung empfiehlt.Foto: Nicola Glass

Trotz aller widrigen Umstände ist es das Ziel unserer Arbeit, den Menschen ein würdiges Leben im Flüchtlingscamp und wirkliche Aussichten auf eine Zukunft zu geben.

Eine Rückkehr in ihre Heimat ist gegenwärtig kaum vorstellbar: Die Menschen haben Angst, den Peinigern erneut machtlos ausgeliefert zu sein und wollen daher schlichtweg nicht zurück. Zudem ist auch Myanmar nicht willens, die Rohingya wieder aufzunehmen. Bangladesch wiederum, als eines der ärmsten Länder der Erde, ist nicht in der Lage, mit der Situation allein fertig zu werden. Hilfe, wie wir sie gemeinsam mit der Caritas Bangladesch leisten, ist also auf längere Sicht nötig. 

Doch um diese Hilfe leisten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung!

Helfen Sie mit, den Rohingya eine Zukunft zu ermöglichen!

Um auf die Situation und unsere Arbeit aufmerksam zu machen, bieten wir Ihnen verschiedene Materialien an, die Sie sich auf unseren Internet-Seiten herunterladen können. Angefangen von unserem Aktions-Motiv, dem Info-Flyer, den Text-Bausteinen für Gottesdienste und Veranstaltungen bis hin zu konkreten Projektinformationen und Hintergrundmaterialien finden Sie dort ein reiches Angebot. Alle Materialien können Sie natürlich auch direkt bei uns in größerer Menge kostenfrei nachbestellen.

Sommeraktion 2018: Kampagnenmaterial

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Hier finden Sie Materialien zur Kampagne, um den nach Bangladesch geflüchteten Rohingya mit Ihrer eigenen Spendenaktion zu unterstützen. mehr