Südsudan & DR Kongo: Multisektorale humanitäre Hilfe
Der Südsudan, der jüngste Staat der Welt und im östlichen Afrika gelegen, ist seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 von erheblichen Herausforderungen geprägt. Ethnische Konflikte, weit verbreitete Armut sowie die Folgen des Klimawandels erschweren für viele Menschen die Lebensbedingungen erheblich.
Vor diesem Hintergrund haben Caritas international und das Auswärtige Amt im Jahr 2023 gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen mehrere Projekte im Südsudan gestartet. Das Ziel, die Lebensbedingungen der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern und ihre Resilienz gegenüber Krisen zu stärken, konnten wir dank der gemeinsamen Kooperation mit dem Auswärtigen Amt erreichen. Dank der zahlreichen Maßnahmen konnten wir mit diesem Projekt über 170.000 Menschen in den vergangenen Jahren mit humanitäre Hilfe untersützen und deren Lebensperspektive langfristig positiv verändern.
Dieses Projekt wird teilweise durch das Auswärtige Amt finanziert. Die Hilfen richten sich an Menschen in vorübergehenden Notsituationen.
Mehr über unsere öffentlichen Förderer erfahrenProjektstandorte im Südsudan
Hier sehen Sie die Regionen in denen wir gemeinsam mit unseren lokalen Partnern vor Ort langfristige Hilfen für die Menschen in der Krisenregion Südsudan aufgebaut haben.
Abyei
Da in der Region Abyei immer mehr geflüchtete Familien ankommen reicht das Trinkwasser nicht mehr aus um alle zu versorgen. Unser regionaler Partner Bishop Gassis Reflief and Rescue Foundation (BGRRF) baut neue Brunnen und repariert defekte Brunnenanlagen. Dank der Sanierung von 150 Brunnen, haben pro Brunnen 500 Menschen wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Wau
In der der zweitgrößten Stadt im Sudan suchen viele geflüchtete Menschen eine neue Heimat. Die präkere Versorgungslage in der Stadt wird dadurch noch dünner und viele Menschen müssen Hungern. Unser lokaler Partner Mary Help Association (MHA) verteilt Lebensmittelpakete mit Getreide, Hülsenfrüchten, Öl und Salz. Darüber hinaus lernen die Menschen in professionellen Workshops, wie sie selbst Getreide und Gemüse anbauen können. So haben sie etwas zu Essen und können dank erfolgreicher Ernten auf den lokalen Märkten das Geernte verkaufen. Das Ziel: Den Hunger in der Region verringern und den Menschen eine Perspektive
aufzeigen.
Fangak
In dem Bezirk Fangak haben Überschwemmungen viele Felder zerstört. Die überschwemmten Felder und fehlenden Ernten zwangen viele Familien in höher gelegene Gebiete umzusiedeln. Seitdem kämpfen sie mit Hunger, da sie kein Getreide mehr anbauen können. Dank unseres Partners African Development Aid (ADA) lernen die Menschen um Fangak herum das Fischen. Sie verteilen zusätzlich Fischerei-Werkzeuge. So werden die überfluteten Felder wieder genutzt und die Menschen in der Region können sich wieder selber ernähren.
Kodok
In Kodok ist die Bevölkerung durch die Ankünfte von geflüchteten Menschen aus dem Sudan stark gewachsen. Doch die lokalen Infrastrukturen, wie Häuser, Schulen und Gesundheitsversorgung, sind aus Mangel aus Ressourcen nicht mitgewachsen. Unser lokaler Partner, die Society of Daughters of Mary Immaculate & Collaborators (SDMI) plant daher logistische Abläufe für die Lieferung sämtlicher Güter im Voraus. Einkäufe erfolgen möglichst über örtliche Händler, um Transportwege zu verkürzen und lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Qualität und Rückverfolgbarkeit der Lieferungen werden regelmäßig geprüft. So konnten in kurzer Zeit Häuser für die Familien gebaut werden und regelmäßige Verteilungen von Nahrungsmittelpaketen organisiert werden.
Caritas und das Auswärtige Amt helfen sektorenübergreifend
Die Schaffung sicherer Lebensgrundlagen sowie die Verbesserung der Ernährungs- und Trinkwasserversorgung bildeten dabei zentrale Schwerpunkte der Projektplanung. Insgesamt war vorgesehen, mehr als 150.000 Menschen zu erreichen und durch zahlreiche aufeinander abgestimmter Maßnahmen langfristige Entwicklungsperspektiven zu schaffen.
Die bis Mitte 2026 angelegte Projektlaufzeit ermöglichte den Aufbau tragfähiger Strukturen und eines nachhaltigen Netzwerks unserer lokalen Partner an den verschiedenen Projektstandorten im Südsudan. Dank der Förderung durch öffentliche Mittel des Auwärtigen Amts konnten wir in den vergangenen Jahren wichtige Strukturen und Kapazitäten schaffen und gestärkt werden. Diese versetzen unsere lokalen Partnerorganisationen in die Lage, auch zukünftig einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu leisten.
Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir im Südsudan ein sektorenübergreifendes Programm implementiert, das ausgehend von den dringendsten Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen ansetzt und die langfristige Resilienz der ganzen Region stärkt.
✅Ernährungssicherung: Zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlagen wurden Lebensmittel verteilt sowie Cash-for-Work-Maßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus umfassten die Projekte das Ochsenpflügen, die Vorbereitung von Gemeindefeldern, den Bau und die Reparatur von Hochwasserschutzanlagen sowie die Instandsetzung von Zugangsstraßen und -wegen. Ergänzend wurden Fischerei und Landwirtschaft durch die Verteilung von Saatgut und Werkzeugen sowie durch Schulungen zu klimaangepassten Anbaumethoden gefördert. Mit diesen Maßnahmen erreichten wir circa 80.000 Menschen.
✅WASH: Durch Infrastrukturmaßnahmen sichern wir Agrarflächen vor Zerstörungen durch Überschwemmung und ermöglichen eine sichere Mobilität der Menschen zu jeder Jahreszeit.
✅Protection: Es ist wichtig, den Frieden in bisher noch stabilen Regionen zu bewahren. Dafür setzen wir auf Gemeinschaftsprojekte, etablieren Kommissionen für Frieden und schaffen sichere Begegnungsräume für die lokale Bevölkerung.
✅Capacity Building: In Onsite-Trainings erhalten die Mitarbeiter der Partnerorganisationen Wissen in den Bereichen Safeguarding und Projektadministration. Durch diesen Wissenstransfer sind Beneficiars in der Lage sich bei nicht-professionellem Umgang der Mitarbeiter beschweren zu können. Mehr Sicherheit für die Begünstigten und die Projektpartner in Deutschland und im Südsudan.
Klimaschutz und Klimaanpassung

Resiliente Landwirtschaft: Durch Kleinstaudämme und Deichanlagen werden neue landwirtschaftliche Anbauflächen erschlossen. Frauengruppen bekommen Starthilfen, um eigene Parzellen zu bewirtschaften. Die Felder werden mit Brunnen, Wasserspeichern und Umzäunungen aufgewertet. Es gibt Schulungen für neue Anbautechniken und es wird klimaresistentes Saatgut eingesetzt.

Schutz natürlicher Ressourcen: Aufgrund von starker Abholzung kam es in der Vergangenheit zu Erosion und Überschwemmungen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Schulen wird Gemeindeland wiederaufgeforstet. Darüber hinaus wird die Bevölkerung mit energiesparenden Brennöfen ausgestattet, die mindestens 30% weniger Brennholz brauchen und somit den allgemeinen Holzverbrauch langfristig reduzieren.