Die Venezolaner_innen leiden extrem unter der komplexen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Krise. Grundnahrungsmittel sind für viele unerschwinglich. Wer krank wird, steht allein da: marode Krankenhäuser, kaum Medikamente.
Nachdem die USA zum Jahreswechsel militärisch eingegriffen hat, sind die Menschen vor Ort unruhig. "Sie wissen nicht, wie es weitergeht", erzählt Jonas Brenner, unser Experte in Bogotá, "Der Alltag der Bevölkerung, der ohnehin schon jahrelang vom Kampf um das Nötigste geprägt war, wird nun zusätzlich durch diese Unsicherheit erschwert."
Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern Caritas Venezuela und Flüchtlingsdienst der Jesuiten unterstützen wir die Menschen in Venezuela, aber auch die Geflüchteten in den Nachbarländern Kolumbien und Ecuador umfassend. Zu den Hilfen gehören
- die Verteilung von Nahrungsmitteln, Wasser und Hygieneartikeln
- Unterkünfte für geflüchtete Menschen
- psychologische, medizinische und rechtliche Hilfe für Betroffene von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Zwangsprostitution.
Jetzt für die Betroffenen der Krise spenden
Im Kampf gegen die Unterernährung
Seit Jahren sind Lebensmittel in Venezuela extrem knapp. Um der Unterernährung entgegenzuwirken, unterstützt die Caritas die Menschen in Venezuela vor allem durch Nahrungsmittel, die zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Dabei stehen besonders Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Frauen im Fokus. Die betroffenen Familien erhalten elektronische Gutscheine, mit denen sie ausreichend qualitativ hochwertige Lebensmittel einkaufen und so ihre Ernährung sichern können.
Eine regelmäßige Mahlzeit ist für viele Menschen in Venezuela schon lange nicht mehr selbstverständlich. Die Lebensmittel sind aufgrund der schweren Wirtschaftskrise für viele unbezahlbar geworden. Zahlreiche Kinder sind stark unterernährt. Dank der Caritas-Hilfen können bedürftige Familien mit einer Geldkarte in ausgewählten Geschäften Lebensmittel einkaufen, um ihre Kinder nährstoffreicher versorgen zu können.Foto: Philipp Spalek / Caritas international
Die Krise geht über Venezuela hinaus
Neben Mangel- und Unterernährung sowie dem maroden Gesundheitswesen trieb die Perspektivlosigkeit die Menschen aus dem Land. Die Krise geht über Venezuela hinaus: Es ist die größte Flüchtlingskrise in Lateinamerika. Deshalb helfen wir den geflüchteten Menschen auch in den Grenzregionen von Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien. Sie brauchen Essen und ein Dach über dem Kopf, und oft auch psychologische, medizinische und rechtliche Hilfe.
Denn viele erfahren auf der Flucht Gewalt, etwa durch Menschenhandel, sexuelle Gewalt und Zwangsprostitution. Und auch im Nachbarland finden die Fliehenden meist keine sichere Anlaufstelle, sondern noch mehr Gewalt. Denn in den Ankunftsstaaten ist der rechtliche Status der Flüchtlinge oft unklar. Das macht sie besonders angreifbar. Rechtsberater_innen der Caritas weisen ihnen den Pfad durch den juristischen Dschungel. "Für venezolanische Neuankömmlinge ist schwer zu durchschauen, welche Ansprüche sie haben, ob Bescheide der Behörden stichhaltig sind. Zumal die Gesetze sich oft geändert haben in den vergangenen Jahren", erklärt Caritas-Anwältin Maryi Vergel.
Den Geflüchteten beim Kampf für ihre Rechte zur Seite zu stehen, ist Teil des Auftrags der Caritas in Kolumbien. Neben der Rechtsberatung gehören dazu auch ein Ernährungsprogramm für Mütter und Kinder, medizinische Hilfen, Mietzuschüsse und psychologische Beratung.
Zwei Jahrzehnte Misswirtschaft in Venezuela haben viele Menschen verarmen lassen. Millionen haben das Land aufgrund der Krise verlassen und leben nun vor allem im benachbarten Kolumbien unter schwierigsten Bedingungen. Den Geflüchteten bei ihrem Kampf um ein menschenwürdiges Leben zur Seite zu stehen, ist Teil des Auftrags, den die Caritas in Kolumbien erfüllt. Einige der Caritas-Mitarbeitenden sind selbst vor einigen Jahren aus Venezuela nach Kolumbien geflohen.Foto: Philipp Spalek / Caritas international
Vanessa Martinez hat sich nach der Flucht aus Venezuela mit ihrer Tochter ein neues Leben in Kolumbien aufgebaut. Die Caritas hat ihr dabei geholfen.Philipp Spalek / Caritas international
Vanessa Martinez profitiert von diesen Hilfen. Nach ihrer Flucht von Venezuela nach Kolumbien half ihr die Caritas-Anwältin dabei, eine Krankenhausbehandlung für ihre Tochter zu erreichen. Durch die psychologische Begleitung gewann sie Lebensfreude zurück, die ihr durch die Erfahrungen der Flucht und der Ankunft in Kolumbien abhanden gekommen war. Heute will sie etwas zurückgeben von der Unterstützung, die sie erhalten hat, und ist selbst Teil des Caritas-Teams. Vanessa Martinez bietet ihre Wohnung zum Beispiel für Workshops an, in denen Neuankömmlinge eine erste Beratung bekommen und sich untereinander austauschen können. Sie vermittelt auch Kontakte zu den spezialisierten Berater_innen. "Ich habe so viel Hilfe und Solidarität erfahren", sagt sie über ihr Engagement, "davon möchte ich etwas zurückgeben. Wenn du säst, dann kannst du irgendwann ernten. Daran glaube ich ganz fest."

Die Hilfen werden durch Mittel des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Die Hilfen werden durch Mittel der Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe gefördert.