In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 2026 haben zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,5 und 7,2 Venezuela erschüttert. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas und nördliche Regionen des Landes. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt, viele Menschen wurden verletzt oder haben ihr Zuhause verloren. Die Schäden werden derzeit noch erfasst. Die venezolanischen Behörden haben den Ausnahmezustand ausgerufen.
Die vom Erdbeben betroffenen Menschen in Venezuela benötigen dringend Hilfe. Helfen Sie mit Ihrer Spende.
Was bisher bewirkt werden konnte: Zahlen aus Venezuela
Gemeinsam mit unseren lokalen Partnerorganisationen und Dank der Unterstützung unser Spenderinnen und Spender konnten wir von Beginn an dort Hilfe leisten, wo sie am dringendsten gebraucht wird (Stand: 10.07.2026):
14.700
Tonnen Hilfsgüter wurden mobilisiert, davon wurden 9.000 Tonnen bereits verteilt (61 %)
4.481
Familien wurden mit Lebensmittelpaketen versorgt, das entspricht rund 72.000 Menschen
73.356
medizinische Hilfsgüter und Medikamente wurden innerhalb von vier Einsatztagen ausgeliefert
So hilft Ihre Spende den Menschen in Venezuela
Nach dem Erdbeben in Venezuela benötigen die Menschen Hilfe
Für viele Menschen bedeutet das Erdbeben eine Katastrophe in der Katastrophe: Venezuela befindet sich bereits seit Jahren in einer schweren sozialen und wirtschaftlichen Krise. Millionen Menschen kämpfen mit Armut, Ernährungsunsicherheit und einem eingeschränkten Zugang zu medizinischer Hilfe.
Gerade für Familien mit Kindern, ältere Menschen und kranke Menschen bedeutet die Katastrophe eine zusätzliche schwere Belastung.
Die ersten Direkthilfemaßnahmen sind bereits angelaufen. Caritas international stellt eine Million Euro für die Soforthilfe bereit. Helfen Sie jetzt mit Ihrer Spende.
Unsere Partnerinnen und Partner der Caritas Venezuela sind tief in den Gemeinden verwurzelt und verfügen über ein einzigartiges Netzwerk im ganzen Land. Dadurch können sie in der jetzigen Katastrophensituation schnell Informationen aus den betroffenen Regionen zusammentragen und Hilfen vorbereiten.
Jonas Brenner, koordiniert die Caritas-Hilfen in Lateinamerika
Interview im Deutschlandfunk:
Nach Erdbeben in Venezuela - Tausende Tote, schleppende Hilfe
Tausende Menschen sind nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela auf dringend benötigte Hilfe angewiesen. Jonas Brenner von Caritas international koordiniert die Nothilfe derzeit direkt aus Caracas. Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur berichtet er über das Ausmaß der Zerstörung, die Herausforderungen bei der Versorgung der Betroffenen und die schleppende Ankunft internationaler Hilfen. Erklärt er, welche Unterstützung die Menschen jetzt am dringendsten benötigen. Hören Sie hier das Interview mit Jonas Brenner von Caritas international im Deutschlandfunk Kultur vom 06.07.2026.
Menschen suchen nach Angehörigen und Hilfe | Nach dem Erdbeben in Venezuela
Nach dem schweren Erdbeben in Venezuela sind viele Menschen weiterhin auf der Suche nach Sicherheit und Gewissheit. Vor Ort erreichen uns Berichte von Familien, die versuchen, ihre Angehörigen wiederzufinden: Kinder, die sich an sicheren Sammelpunkten aufhalten und nach ihren Eltern suchen, und Eltern, die nach ihren Kindern suchen.
Aus der Küstenregion rund um Puerto Cabello kommen erste Berichte über eingestürzte Häuser. Lokale Partner haben begonnen, die Lage zu erfassen. Die Kommunikation ist jedoch vielerorts stark eingeschränkt: Internet- und Telefonverbindungen sind teilweise ausgefallen, so dass Informationen nur schwer weitergegeben werden können.
Gerade nach einem Erdbeben zählt jede Stunde. In den ersten Tagen suchen Rettungskräfte und Angehörige nach Menschen, die möglicherweise unter Trümmern eingeschlossen sind. Lokale Partnerorganisationen leisten Unterstützung und versuchen, den betroffenen Familien beizustehen.
Caritas Venezuela: Dreiphasen-Plan und 24-24-Modell
Die Direktorin der Caritas Venezuela, Janeth Márquez, beschreibt die Hilfsmaßnahmen als einen klar strukturierten Prozess mit drei Phasen:
Phase 1 – Akuthilfe: Im Mittelpunkt stehen die Rettung von Verschütteten, das Bergen von Menschen aus zerstörten Gebäuden sowie die Zusammenführung von Familien. Gleichzeitig werden obdachlos gewordene Menschen von den Straßen in sichere Bereiche gebracht.
Phase 2 – Notunterkünfte und Versorgung: In dieser Phase werden Notunterkünfte aufgebaut und mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln sowie Shelter-Produkten ausgestattet. Die Versorgung der Menschen, die weiterhin auf der Straße leben müssen, wird systematisch organisiert.
Phase 3 – gezielte Nachsorge: Sobald die akute Phase abgeschlossen ist, richtet sich der Fokus auf besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen. Diese werden gezielt aufgespürt und langfristig weiter unterstützt.
Bei der Verteilung von Gütern arbeitet Janeth Márquez mit ihren Teams nach der „24-24-Methode“: Die Hilfsgüter werden jeweils 24 Stunden lang intensiv in den betroffenen Gebieten verteilt. Anschließend ziehen sich die Teams für 24 Stunden zur Verteilerstelle zurück, um neue Lieferungen zu empfangen, die Lage neu zu analysieren und sich zu koordinieren. „So können wir unsere Hilfen konzentriert und optimiert anbieten“, so Márquez.
Ihre Spende hilft den Menschen in Venezuela nach dem Erdbeben
Gelegen am nördlichen Ende des lateinamerikanischen Kontinents, müssen die Menschen in Venezuela schon seit längerem große Schwierigkeiten aushalten. Zu den politischen Unruhen und zur Wirtschaftskrise kommt nun eine schwere Naturkatastrophe hinzu.
Hilfe, die ankommt
Die Caritas Venezuela verfügt über ein starkes Netzwerk im ganzen Land:
- ✔ 30.000 Freiwillige und ein landesweites Netzwerk lokaler Caritasverbände
- ✔ enge Kontakte zu betroffenen Familien
- ✔ langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe
Antworten auf Ihre Fragen rund unsere Hilfen in Venezuela:
Was tut Caritas international?
Caritas international hat unmittelbar 1. Mio. Euro für erste Hilfsmaßnahmen bereitgestellt. Gemeinsam mit der Caritas Venezuela werden die dringendsten Bedarfe erfasst und Soforthilfen vorbereitet.
Wer setzt die Hilfen vor Ort um?
Caritas international arbeitet mit zwei Partnerorganisationen in Venezuela zusammen:
- Die Caritas Venezuela – sie verfügt über ein enges Netz und ist mit 600 Einrichtungen im ganzen Land vertreten. Die Arbeit der Caritas-Mitarbeitenden wird durch 30.000 Freiwillige unterstützt. Die Menschen in Venezuela vertrauen und schätzen die Hilfen der Caritas, was ihr den Zugang zu allen Betroffenen ermöglicht.
- Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JSR) – verfügt über eine hervorragende regionale und lokale Vernetzung in Venezuela. Caritas international arbeitet seit vielen Jahren bei der Unterstützung besonders benachteiligter und von Flucht betroffener Menschen mit dieser Partnerorganisation zusammen.
Welche Hilfen sind aktuell geplant?
Derzeit werden die dringendsten Bedarfe ermittelt. Mögliche Maßnahmen können beispielsweise die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln, Notunterkünften, Bargeldhilfen oder psychosozialer Unterstützung umfassen. Dabei handelt es sich um typische Formen der Unterstützung nach Naturkatastrophen. Welche Maßnahmen letztlich umgesetzt werden, richtet sich nach den Ergebnissen der laufenden Lageanalysen und den konkret festgestellten Bedarfen vor Ort.
Warum zahlen wir Bargeld in Form von elektronischen Gutscheinen als Hilfe aus?
Wir zahlen Bargeld in Form von elektronischen Gutscheinen an die betroffenen Menschen in Venezuela aus, um akute Hilfe schnell und gezielt bereitzustellen. Der Betrag wird regelmäßig an den US-Wechselkurs angepasst, wodurch ein Schutz vor Inflation gewährleistet wird. Die Gutscheine können direkt für den Einkauf von lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln und Hygieneartikeln genutzt werden. Die Menschen können selbstbestimmt je nach Situation entscheiden, welche Dinge die benötigen um die ersten Tage nach dem Erdbeben weiter überstehen zu können.
In den Städten Valencia und Puerto Cabello und noch näher an den vom Erdbeben betroffenen Regionen sind die elektronischen Gutscheinkarten voll funktionsfähig und helfen schon jetzt der notleidenden Bevölkerung.
Warum ist Venezuela besonders verwundbar?
Venezuela befindet sich seit Jahren in einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise. Fast acht Millionen Menschen waren bereits vor dem Erdbeben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Deshalb trifft die Katastrophe viele Familien besonders hart.
Warum spendet Caritas international nicht direkt an Einzelpersonen?
Die Hilfe erfolgt über lokale Strukturen und Projekte, damit möglichst viele betroffene Menschen erreicht werden können und die Mittel transparent und nachvollziehbar eingesetzt werden. Direkte Spendenweiterleitungen an Privatpersonen sind grundsätzlich nicht möglich.
Wie kann ich helfen?
Mit einer Spende unterstützen Sie die Nothilfe für die betroffenen Menschen in Venezuela.
Online über diesen Link
Spendenstichwort: CY02337 Erdbeben Venezuela
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33XXX
Warum arbeitet Caritas international mit lokalen Partnern?
Caritas international arbeitet grundsätzlich nach dem Partnerprinzip und führt somit Hilfsmaßnahmen in der Regel nicht selbst durch, sondern kooperiert mit erfahrenen lokalen Partnerorganisationen. Lokale Partner kennen die Menschen, die Kultur, die Sprache und die Herausforderungen vor Ort am besten. Sie sind fest in ihren Gemeinden verankert, genießen Vertrauen und bleiben auch nach einer Katastrophe vor Ort aktiv. Dadurch können Hilfen bedarfsgerecht, wirksam und nachhaltig umgesetzt werden. Die Planung und Durchführung von Projekten erfolgt gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen - Caritas international unterstützt sie finanziell, fachlich und organisatorisch.
Warum sammelt Caritas international Spenden, wenn es lokale Caritasverbände gibt?
Große Katastrophen übersteigen oft die Möglichkeiten lokaler Organisationen. Caritas international unterstützt deshalb Partnerorganisationen finanziell und fachlich, damit diese ihre Hilfsmaßnahmen ausweiten können. Dieses solidarische Zusammenwirken innerhalb des weltweiten Caritas-Netzwerks ist ein Kernprinzip der Caritas-Arbeit.
Kann ich sicher sein, dass meine Spende bei den Betroffenen ankommt?
Warum gibt es unterschiedliche Angaben zu Opferzahlen und Schäden?
Die Situation entwickelt sich nach einer Katastrophe sehr dynamisch. Informationen aus den betroffenen Regionen treffen nach und nach ein und werden fortlaufend überprüft. Daher können sich Angaben zur Zahl der Betroffenen, Verletzten oder Todesopfer sowie zum Umfang der Schäden in den ersten Tagen nach dem Erdbeben verändern. Caritas international steht in engem Austausch mit den Partnerorganisationen vor Ort und veröffentlicht aktualisierte Informationen, sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen.