Freiburg/Berlin, 17. Januar 2025. Anlässlich des Besuchs des syrischen Präsidenten in Berlin fordert Caritas international die deutsche Bundesregierung auf, entschieden für den Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien einzutreten. Vor dem Hintergrund der jüngsten Kämpfe in Aleppo und der katastrophalen humanitären Lage verbieten sich Rückkehr-Debatten.
Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, erwartet von der deutschen Bundesregierung im Rahmen des Besuches von Präsident Ahmad Al-Scharaa am kommenden Dienstag, die humanitäre Situation und die Sicherheitslage in Syrien in den Mittelpunkt der Gespräche zu stellen. "Die jüngsten Kämpfe in Aleppo, die Todesopfer gefordert und rund 120.000 Menschen zur Flucht gezwungen haben, zeigen, wie fragil die Situation in Syrien weiterhin ist", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international.
Vor diesem Hintergrund erhofft sich Oliver Müller: "In den Gesprächen zwischen Kanzler Friedrich Merz und Ahmad Al-Scharaa muss zwingend der Schutz der Zivilbevölkerung und eine Verbesserung der katastrophalen humanitären Lage im Vordergrund stehen. Die aktuelle Situation legt nahe, die humanitären Hindernisse für eine mögliche Rückkehr von Syrerinnen und Syrern aus Deutschland in den Verhandlungen zu berücksichtigen." Im November des vergangenen Jahres hatte Friedrich Merz erklärt, dass er bei einem Besuch von Al-Scharaa mit ihm vor allem über Rückführungen sprechen wolle.
Müller verweist zudem darauf, "dass der nach dem Fall des Assad-Regimes erhoffte Wiederaufbau von Syrien noch in weiter Ferne liegt. Aufgrund der katastrophalen Versorgungslage leistet die Caritas in Syrien nach wie vor überwiegend klassische Überlebenshilfen und unterstützt Menschen bei der Überwindung von Kriegstraumata, die gerade jetzt wieder aufbrechen."
16,5 Millionen Menschen leben in Syrien in Not. Knapp 15 Millionen Menschen leiden unter Ernährungsunsicherheit, sieben Millionen Menschen sind noch immer innerhalb des Landes vertrieben und fast die Hälfte aller medizinischen Einrichtungen sind nicht funktionsfähig. "Wie und mit welchen zusätzlichen finanziellen Mitteln der notleidenden syrischen Bevölkerung geholfen werden kann nach 14 Jahren Krieg wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen, muss der zentrale Bestandteil der Gespräche zwischen Ahmad Al-Scharaa und Friedrich Merz sein", so Oliver Müller.
Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes, steht für Interviews zur Verfügung.
Caritas international bittet um Spenden mit dem Stichwort: Nothilfe in Syrien
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