zurück

Europa

Krisen und Konflikte

Ukraine: Hilfen für Inlandsvertriebene

"Vor wenigen Jahren noch hätte ich es nie für möglich gehalten, dass wir in Europa so etwas erleben müssen", sagte uns Andrij Waskowycz, der Präsident der Caritas Ukraine vor einiger Zeit in einem Interview. Doch Tatsache ist: in der Ukraine herrscht Krieg. Eine Zeit lang waren das Echo der Medien und die Anteilnahme der deutschen Bevölkerung groß. Doch mittlerweile nimmt kaum noch jemand Notiz davon, dass im Osten der Ukraine noch immer geschossen wird. Im Osten des Landes kommt es durchschnittlich zu 40 bewaffneten Zusammenstößen pro Tag.

Tausende Tote, Millionen Betroffene

Caritas-Präsident Dr. Peter Neher und der Präsident der Caritas Ukraine, Andrij WaskowyczCaritas-Präsident Dr. Peter Neher (rechts) unterhält sich bei seinem Besuch in der Ukraine mit Andrij Waskowycz, Präsident der Caritas Ukraine, über die Folgen des Krieges.Foto: Roman Malko / Caritas international

Die Situation in der Ukraine, insbesondere im umkämpften Osten des Landes, ist alarmierend. Fast 10.000 Menschen kamen seit Kriegsbeginn ums Leben, 22.000 wurden verletzt. 1,7 Millionen Menschen leben als Flüchtlinge im eigenen Land, etwa 1,4Million Menschen sind zudem ins Ausland geflohen. Besonders betroffen sind natürlich die Menschen, die noch immer entlang der Konfliktlinie leben. Gerade ältere Menschen sind oft nicht in der Lage zu fliehen und harren in ihren Häusern aus. Die Caritas hat den Hauptfokus ihrer Arbeit daher in den letzten Jahren angepasst. Während es zu Beginn des Krieges vor allem darum ging, den fliehenden Menschen mit Sofortmaßnahmen zu helfen sowie in die aufnehmenden Gemeinden bei der Integration zu unterstützen, geht es mittlerweile verstärkt darum, die im Konfliktgebiet zurückgebliebenen Menschen zu versorgen.

Ungewisse Zukunft

Die Ukraine blickt in eine ungewisse, in jedem Fall schwierige Zukunft. Es ist zu erwarten, dass, auch nach einem Ende Konflikts, die Mehrheit der Vertriebenen nicht wieder in die Heimat zurückkehren wird. Dies hätte zur Folge, dass vor allem die jungen, gut ausgebildeten Menschen nicht dabei helfen können, ihre Heimat wieder aufzubauen. Zurückbleiben werden diejenigen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. Erschwerend kommt die desaströse politische und wirtschaftliche Situation hinzu, in der sich das Land gegenwärtig befindet. Minen und nicht explodierte Munition werden zudem auch nach Ende der Kampfhandlungen eine Gefahr darstellen und immer wieder Opfer fordern.

März 2018